Die zerstörende Kraft der Untreue
Wenn klar wird, dass der Partner untreu war, kann das schmerzhafter sein als eine körperliche Verletzung. Ein unsortierter Haufen Gefühle überrollt uns ohne Vorwarnung.
Wo eben noch unsere wärmende, sichere Beziehung war, schauen wir jetzt nur noch in einen dunklen Abgrund. Ohnmacht und Wut. Das Gefühl vor einem Scherbenhaufen zu stehen.

Untreue und Außenbeziehungen sind häufige Anlässe für eine Paartherapie. Die bedrohliche Mischung aus Schuld, Angst, Sühne und Verletzungen schafft ein Klima, in dem Paare mit ihren gewohnten Gesprächs-Möglichkeiten nicht mehr zueinander finden.
Die Paartherapie ist jetzt der richtige Schritt. Sie schafft einen neuen, sicheren Raum, vergibt unbelastete Rollen und schaut hoffnungsvoll auf die Möglichkeit für die Weiterentwicklung der Beziehung.
Es ist ein Weg, den beide Partner gehen. Zu ergründen, was früher in der Beziehung nicht gut lief und vielleicht nie thematisiert wurde, kann Impulse für die Zukunft geben. Was muss anders laufen, damit so etwas nicht nochmal passiert? Welche persönlichen Motive steckten hinter der Aufnahme einer Außenbeziehung? Was braucht der betrogene Part, um wieder Vertrauen fassen zu können? Fühlt er sich in seinen verletzten Gefühlen gesehen und verstanden? Die Beantwortung solcher grundlegenden Fragen ist die Voraussetzung, um Verzeihen und Versöhnen zu ermöglichen und in eine gemeinsame, vertrauensvolle Zukunft zu schauen.
Und auch wissenschaftliche Studien machen uns Mut. Paare, die eine Krise nach dem Fakt der Untreue bewältigt haben, schätzen ihre einmalige Verbindung viel höher ein. Die Liebe zueinander wird viel intensiver und wertvoller empfunden als vor der Krise. Oft bricht mit dem zweiten Frühling sogar eine besondere Zeit der Entfaltung an.

